Eine Website mit KI erstellen dauert zwanzig Minuten. Und dann?
Du beschreibst dein Vorhaben in drei Sätzen, wartest kurz, und lässt eine Website mit KI erstellen. Da steht sie. Sie sieht ordentlich aus, sie funktioniert auf dem Handy, sie hat ein Kontaktformular. Die Frage ist nicht, ob das geht. Die Frage ist, was du damit vorhast.
Kurz gesagt
- Für Tests und Zwischenlösungen reicht es gut.
- Die Entscheidungen davor trifft weiter ein Mensch.
- Teuer wird es beim Umbau, nicht beim Bauen.
Inhalt
Ich baue Websites von Hand und arbeite selbst mit KI. Dieser Beitrag nennt deshalb absichtlich keine Werkzeugnamen als Empfehlung. Das Feld bewegt sich zu schnell, und die Antwort hängt weniger am Werkzeug als an dem, was danach kommt.
Was die Werkzeuge heute leisten
Wer heute eine Website mit KI erstellen lässt, bekommt aus einer Beschreibung eine vollständige Seite: Aufbau, Abschnitte, Bilder, Texte, ein Formular. Manche Werkzeuge geben dir eine fertige Website in einem geschlossenen System, andere geben dir den Quellcode heraus und du hostest selbst. Der Unterschied klingt technisch, entscheidet aber später darüber, wie leicht du wieder rauskommst.
Bemerkenswert ist vor allem, wie weit die Qualität gestiegen ist. Vor zwei Jahren erkannte man eine generierte Seite an drei Details. Heute muss man genauer hinsehen, und bei einer schlichten Seite mit wenig Inhalt sieht man es oft gar nicht.
Am besten funktionieren übliche Muster. Eine Startseite mit Vorstellung, Leistungen, Referenzen und Kontakt ist ein solches Muster. Je gewöhnlicher dein Vorhaben, desto brauchbarer das Ergebnis.
Wofür es reicht
In drei Fällen würde ich niemandem zu einer von Hand gebauten Seite raten. Der Aufwand steht dort nicht im Verhältnis zum Zweck.
Eine Idee testen
Bevor Geld in eine Marke geht, willst du wissen, ob das Angebot zieht. Eine Seite, eine Aussage, ein Formular.
Die Zeit überbrücken
Gerade ist Aufmerksamkeit da, aber noch keine Seite. Etwas Auffindbares trägt mehr als eine Baustellenmeldung.
Etwas zeigen statt beschreiben
Ein Entwurf für die Runde, in der entschieden wird. Über ein Bild diskutiert es sich leichter als über eine Aufzählung.
Allen drei Fällen ist eines gemeinsam: Die Seite darf verschwinden. Sie muss nicht wachsen, nicht in drei Jahren noch tragen, nicht deine Marke aufbauen. Sie muss jetzt da sein.
Wo es kippt
Interessant wird es an der Stelle, an der die Seite bleiben soll. Drei Punkte fallen bei einer generierten Website nicht sofort auf, kosten später aber Zeit oder Geld.
Wiedererkennbarkeit
Werkzeuge greifen auf das zurück, was verbreitet ist. Das Ergebnis ist selten schlecht und selten deins. Bei drei Anbietern in derselben Stadt fällt das auf.
Weiterarbeiten
Neue Leistung, Blog, Preisabschnitt. Ob du das selbst einbauen kannst oder jedes Mal neu generieren lässt, entscheidet sich lange vorher.
Herauskommen
Liegen Texte, Bilder und Domain bei dir, ist ein Wechsel Arbeit. Liegen sie im System des Anbieters, ist er ein Neuanfang.
Gut zu wissen
Die Frage, die ich vor allen anderen stellen würde: Kann ich meine Inhalte hier vollständig mitnehmen? Texte, Bilder, Farben, Domain, E-Mail-Adressen. Lässt sich das nicht in einer Minute beantworten, ist die Antwort meistens nein.
Website mit KI erstellen: was danach zu prüfen ist
Angenommen, die Seite steht. Fünf Dinge schaut ein Werkzeug nicht für dich nach, und die meisten davon kannst du in einer halben Stunde selbst kontrollieren.
Impressum und Datenschutzerklärung. Generierte Seiten legen dafür gern Platzhalterseiten an, mit Beispieltext oder ganz leer. In Deutschland ist das die Stelle, an der es unangenehm werden kann, und sie ist gleichzeitig die am schnellsten erledigte.
Ladezeit. Große Bilder in Originalgröße sind der häufigste Grund, warum eine schlanke Seite sich zäh anfühlt. Ein Blick in die Bildgrößen und ein Test auf dem Handy im Mobilfunknetz reichen für den Anfang.
Auffindbarkeit. Seitentitel, Beschreibung und eine Überschriftenstruktur, die zum Inhalt passt. Oft steht dort ein Platzhalter aus dem Entwurf, und genau den zeigt Google dann in den Ergebnissen.
Semantik. Überschriften, die im Quelltext auch Überschriften sind, Listen, die Listen sind, Schaltflächen, die sich wie Schaltflächen verhalten. Generierte Seiten sehen an dieser Stelle oft richtig aus und sind es darunter nicht. Für Suchmaschinen und für Screenreader ist das der Unterschied zwischen lesen und raten.
Bedienbarkeit. Lässt sich das Formular mit der Tastatur ausfüllen, sind die Kontraste ausreichend, ist die Schrift auf dem Handy groß genug? Hübsche Entwürfe scheitern häufiger hier als am Aussehen.
Bei den letzten beiden hört die Selbstkontrolle auf. Semantik und Auffindbarkeit kann kaum beurteilen, wer nicht regelmäßig damit zu tun hat — es sieht ja alles gut aus. Falls du bewusst ohne Dienstleister bauen willst, lohnt trotzdem ein Schritt: einmal jemanden draufschauen lassen, nur zur Einschätzung. Eine Stunde kostet weniger als ein Umbau nach einem Jahr.
Was vor der ersten Zeile passiert
Zuerst beschreibst du, dann baut das Werkzeug. Damit verschiebt sich die Arbeit nach vorn, sie verschwindet nicht. Wer für wen was tut, welche Aussage zuerst kommt, warum jemand bleiben soll: Das steht in keinem Entwurf, das muss vorher entschieden sein.
Genau daran scheitern die meisten generierten Seiten, die ich mir ansehe. Nicht am Aussehen. Sie sagen in vier Abschnitten, was das Unternehmen alles macht, und in keinem, für wen es gedacht ist. Ein Werkzeug fragt nicht nach. Es füllt die Lücke mit etwas Plausiblem.
Eine Website beantwortet eine Frage. Wer sie nicht kennt, bekommt eine Antwort auf irgendetwas.
Diese Vorarbeit ist überschaubar: für die meisten Solo-Selbstständigen ein Nachmittag Nachdenken und eine Handvoll Sätze. Sie ist aber die Stelle, an der aus einer Seite deine Seite wird — unabhängig davon, wer danach baut.
Was du nicht vermisst, weil du es nicht kennst
Aus meinen Projekten nehme ich vor allem eine Sache mit: Die wenigsten wissen vorher, was für ihre Seite überhaupt möglich gewesen wäre. Man nimmt die Lösung, die man kennt, sie funktioniert, und damit ist die Frage erledigt.
Spannend wird es in dem Moment, in dem jemand zeigt, was aus dem eigenen Vorhaben werden könnte. Kundinnen, die vorher zufrieden waren, sind danach regelmäßig begeistert — nicht weil das Alte schlecht war, sondern weil sie nicht ahnten, dass diese Richtung überhaupt zur Auswahl stand.
Gegen ein Werkzeug spricht das nicht. Es beschreibt nur, wie die Sache funktioniert: Gebaut wird, was du beschreibst, und beschreiben kannst du, was du kennst. Deshalb lohnt ein Gespräch schon vor der Entscheidung — auch dann, wenn du danach selbst baust.
Beides zusammen nutzen
Ohnehin ist das keine Entscheidung zwischen KI und Handarbeit. Ich arbeite selbst mit KI, an anderer Stelle: bei Entwürfen, die schnell verworfen werden dürfen, bei Textfassungen, die ich danach umschreibe, bei Recherche.
Sinnvoll ist die Aufteilung dort, wo Geschwindigkeit hilft und ein Fehler nichts kostet. Ein Entwurf, den du in fünf Minuten wegwirfst, ist ein guter Einsatz. Ein Text, der zwei Jahre auf deiner Startseite steht, ist ein schlechter, wenn niemand ihn geprüft hat.
Zwei Dinge behältst du dabei besser im Blick. Erstens Bilder: Wo sie herkommen und ob du sie nutzen darfst, ist eine eigene Frage. Zweitens die Transparenzpflichten der EU, die seit August 2026 gelten. Ob und wann ein Hinweis nötig ist, hängt vom Einzelfall ab, und der Rahmen bewegt sich noch. Dazu kommt hier ein eigener Beitrag.
Sechs Fragen vor der Entscheidung
Ob du eine Website mit KI erstellen lässt oder bauen lässt, beantworten am ehesten sechs Fragen. Fallen die Antworten überwiegend in die eine Richtung, hast du dein Ergebnis.
- Soll die Seite in zwei Jahren noch stehen?
- Kommt Inhalt dazu, oder bleibt sie, wie sie ist?
- Weißt du, für wen die Seite gedacht ist und was sie auslösen soll?
- Hast du schon eine Marke, zu der die Seite passen muss?
- Willst du selbst daran arbeiten können?
- Kämst du im Zweifel wieder heraus, mit allen Inhalten?
Viel „nein“ heißt: Nimm ein Werkzeug und bau später richtig, wenn es soweit ist. Viel „ja“ heißt: Die Zeit steckst du besser vorn hinein, in die Entscheidungen, und danach in eine Seite, die mitwächst.
Gut zu wissen
Es gibt hier kein Richtig. Eine schnelle Seite jetzt kann die klügere Entscheidung sein als die gute Seite in vier Monaten, besonders wenn du noch herausfindest, wo du hinwillst. Wichtig ist nur, dass es eine Entscheidung ist und kein Zufall.
Lieber einmal richtig
Eine Website mit KI erstellen ist schnell, eine Website, die mitwächst, ist Arbeit. Wenn du die willst, mache ich Strategie, Design und Umsetzung aus einer Hand. Wir fangen mit den Fragen an, nicht mit dem Aussehen. Und wenn im Gespräch herauskommt, dass für dein Vorhaben ein Werkzeug reicht, sage ich dir das.










