Ein Auftritt, der überall zusammenpasst
Ob Visitenkarte, Website oder Instagram-Post: Ein Corporate Design sorgt dafür, dass alles erkennbar nach dir aussieht. Dieser Ratgeber zeigt in sechs Schritten, wie du ein Corporate Design erstellen kannst, welche Bausteine dazugehören und was du für den Start wirklich brauchst.
Kurz gesagt
- Erst Positionierung und Zielgruppe, dann Gestaltung.
- Logo, Farben, Schrift und Bilder bilden den Kern.
- Ein Styleguide hält alles fest und spart Zeit.
Was ein Corporate Design ist
Corporate Design ist das visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens: Logo, Farben, Schriften, Bildsprache und die Regeln, nach denen sie eingesetzt werden. Es sorgt dafür, dass ein Flyer, eine Website und ein Social-Media-Beitrag als Teile desselben Auftritts erkennbar sind.
Häufig fällt daneben der Begriff Corporate Identity. Er ist weiter gefasst und beschreibt die gesamte Identität eines Unternehmens, also auch Werte, Sprache und Verhalten. Das Corporate Design ist der sichtbare Teil davon – und genau um diesen Teil geht es hier.
Gerade für Selbstständige und kleine Betriebe liegt darin eine Chance. Ein durchdachtes Erscheinungsbild wirkt professionell, schafft Vertrauen und macht dich wiedererkennbar, lange bevor jemand dein Angebot im Detail kennt. Außerdem spart es Zeit: Wer Regeln hat, muss nicht bei jedem Flyer neu entscheiden.
Grundlagen klären
Wer ein Corporate Design erstellen will, beginnt nicht mit dem Logo, sondern mit ein paar Fragen. Ihre Antworten bilden den Maßstab, an dem sich jede spätere Gestaltungsentscheidung messen lässt.
Wofür stehst du?
Drei bis fünf Werte oder Eigenschaften, die dein Unternehmen beschreiben sollen. Sie übersetzen sich später in Formen, Farben und Schrift.
Wen sprichst du an?
Deine Zielgruppe klar vor Augen: was sie erwartet, was sie überzeugt und wo sie dir begegnet.
Wie unterscheidest du dich?
Der Blick auf den Wettbewerb zeigt, welche Gestaltung verbreitet ist – und wo sich Raum für einen eigenen Auftritt öffnet.
Diese Grundlagen müssen nicht in einem langen Dokument stehen. Eine Seite mit klaren Antworten reicht, solange sie ehrlich ist und alle Beteiligten sie kennen.
Klare Grundlagen tragen auch, wenn eine Marke mehrere Bereiche hat. Bei unerwartete entstand daraus eine Haupt-CI mit eigenen Sub-CIs für die einzelnen Angebote – unterscheidbar und trotzdem erkennbar aus einer Familie.
Das Logo entwickeln
Das Logo ist der bekannteste Baustein, aber nur einer von mehreren. Ein gutes Zeichen ist einfach genug, um klein auf einem Favicon zu funktionieren, und markant genug, um auf einer Hauswand zu bestehen.
Zu einem professionellen Logo gehören meist mehrere Varianten: ein Hauptlogo, ein Signet ohne Schrift für kleine Flächen und Versionen für helle und dunkle Hintergründe. Welche Dateien du dafür brauchst, zeigt der Beitrag Logo-Dateiformate.
Bevor ein Entwurf feststeht, lohnt ein kurzer Test: Funktioniert das Zeichen in Schwarz-Weiß, in sehr kleiner Größe und auf einem unruhigen Foto? Wenn ja, trägt es auch in allen anderen Anwendungen.
Falls du über einen Entwurf mit KI nachdenkst: Was das leisten kann und wo es an Grenzen kommt, steht im Beitrag Logo mit KI erstellen.
Die Farben festlegen
Farbe ist oft das Erste, woran ein Auftritt wiedererkannt wird. Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Ton als das Zusammenspiel: Jede Farbe bekommt eine feste Aufgabe.
Grundton
Die Fläche, auf der alles steht. Meist hell und zurückhaltend, trägt er die Stimmung des gesamten Auftritts.
Textfarbe
Sehr dunkel, für Überschriften und Fließtext, lesbar auf allen Flächen.
Akzente
Handlungsfarbe für Buttons und Links, dazu bei Bedarf ein zweiter Ton für Betonungen.
Wie du von ersten Lieblingsfarben zu einer tragfähigen Palette kommst, Kontraste prüfst und Farbwerte für Web und Druck festhältst, erklärt der Beitrag Markenfarben finden Schritt für Schritt.
Vier bis sechs Töne reichen für die meisten Marken. Wichtiger als die Anzahl ist, dass jede Farbe ihre Rolle behält – auf der Website genauso wie auf dem Briefpapier.
Ein Corporate Design ist dann gut, wenn man es erkennt, bevor man das Logo sieht.
Schriften wählen
Schrift prägt die Wirkung eines Auftritts stärker, als man zunächst denkt. Dieselbe Botschaft wirkt in einer klassischen Serifenschrift anders als in einer klaren, serifenlosen.
Zwei Schriften
Überschriften und Fließtext bekommen je eine Schrift – das reicht fast immer. Mehr macht einen Auftritt schnell unruhig.
Klare Rollen
Festgelegt wird, welche Schrift in welcher Größe und Stärke wofür steht. So wirken Seiten auch ohne Gestalterin einheitlich.
Lizenz prüfen
Schriften dürfen nicht automatisch überall eingesetzt werden. Lizenzen für Druck, Website und Apps sind oft getrennt geregelt.
Bei branding.niiise übernimmt die Cormorant Garamond die Überschriften und sorgt für Ausdruck, die Inter steht für Fließtext und Bedienelemente und sorgt für Klarheit. Beide haben eine feste Aufgabe, und keine tritt in die Rolle der anderen.
Zur Schrift gehört außerdem eine feste Hierarchie: welche Größe eine Hauptüberschrift hat, welche eine Zwischenüberschrift und wie groß der Fließtext ist. Diese Abstufung sorgt dafür, dass Leser:innen eine Seite auf einen Blick erfassen.
Gut zu wissen
Für die Website lohnt es sich, Schriften direkt vom eigenen Server zu laden statt über einen fremden Dienst. Das spart eine zusätzliche Verbindung und macht dich unabhängig davon, wie sich dieser Dienst künftig verhält.
Bildsprache und Gestaltungselemente bestimmen
Neben Logo, Farbe und Schrift prägen weitere Elemente den Auftritt. Sie werden oft erst spät bedacht, entscheiden aber viel darüber, wie stimmig alles am Ende wirkt. Deshalb gehören sie in jedes Corporate Design, das du erstellen und langfristig nutzen willst.
Fotos
Hell oder gedämpft, inszeniert oder nahbar, mit oder ohne Menschen: Eine klare Richtung macht auch unterschiedliche Aufnahmen zu einer Familie.
Illustration und Icons
Einheitliche Strichstärke, Rundung und Farbigkeit lassen Symbole zusammengehören, auch wenn sie aus verschiedenen Quellen stammen.
Formen und Raster
Wiederkehrende Formen, Abstände und ein festes Raster geben jeder Seite Ruhe und Orientierung.
Hilfreich ist ein Moodboard mit Beispielen, die zur Richtung passen, und solchen, die bewusst nicht passen. Der Vergleich macht Entscheidungen greifbarer als jede Beschreibung.
Eine klare Stilrichtung kann den ganzen Auftritt tragen. Bei Karaoke Night Brandenburg zieht sich ein Neo-Retro-Stil von den Plakaten über die Website bis zu den Social-Media-Vorlagen.
Im Styleguide festhalten und anwenden
Seine Wirkung entfaltet ein Corporate Design erst, wenn es konsequent eingesetzt wird. Dafür braucht es einen Ort, an dem alle Regeln stehen: den Styleguide. Wer ein Corporate Design erstellen lässt, sollte ihn deshalb von Anfang an als festen Teil des Ergebnisses einplanen.
Er enthält die Logo-Varianten mit Schutzraum und Mindestgröße, die Farbwerte, die Schriften mit ihren Rollen, Beispiele für die Bildsprache und ein paar typische Anwendungen. Für den Start genügen wenige, klar gegliederte Seiten.
Auch ein bestehender Auftritt lässt sich so nachträglich ordnen. Für TK-Immobilien wurde die Corporate Identity überarbeitet und in einem Styleguide festgehalten, auf dem Website und Landingpage aufbauen.
Danach geht es in die Anwendung: Website, Visitenkarte, Briefpapier, Social-Media-Vorlagen, Präsentationen. Jede davon ist zugleich ein Test, ob die Regeln im Alltag tragen.
Gut zu wissen
Vorlagen sparen im Alltag die meiste Zeit. Wer für Beiträge, Angebote und Präsentationen einmal saubere Vorlagen anlegt, bleibt einheitlich, ohne jedes Mal neu überlegen zu müssen.
Corporate Design erstellen: Was für den Start reicht
Nicht alles muss vom ersten Tag an fertig sein. Ein Corporate Design darf mit deinem Unternehmen wachsen, solange der Kern steht.
Kleine Dienstleistungen profitieren besonders davon, wenn alles aus einem Guss kommt. Bei den Gassi-Nachbarinnen entstanden Branding, Website sowie digitale und Print-Medien zusammen – so passt vom Flyer bis zum Social-Media-Beitrag alles zueinander.
Von Anfang an
Grundlagen, Logo mit Varianten, Farbpalette, zwei Schriften und ein kompakter Styleguide.
Mit dem ersten Einsatz
Website, Visitenkarte und Vorlagen für die Kanäle, die du wirklich nutzt.
Wenn es wächst
Bildsprache mit eigenen Fotos, Icons, Druckmaterialien und ein ausführlicheres Regelwerk.
Welcher Aufwand dahintersteckt, hängt vor allem davon ab, wie viel schon vorhanden ist, wie viele Anwendungen dazugehören und ob Website und Druck gleich mitgedacht werden. Deshalb lohnt sich am Anfang ein Gespräch, in dem geklärt wird, was du tatsächlich brauchst.
Dein Corporate Design aus einer Hand
Du möchtest ein Corporate Design erstellen lassen, das von der Positionierung bis zur Website zusammenpasst? Ich begleite dich durch alle sechs Schritte – Strategie, Design und Umsetzung aus einer Hand. Beispiele siehst du im Portfolio.










